Testsysteme & Routinekontrollen für validierte Aufbereitung
Verschiedene Testsyteme helfen die erfolgreiche Reinigung, Desinfektion, Verpackung und Sterilisation von medizinischen Instrumenten zu überprüfen und zu dokumentieren. Regelmäßige Routinekontrollen sind ein wichtiger Bestandteil der Praxishygiene und Voraussetzung für eine validierte Aufbereitung von Medizinprodukten.
Alle Testsysteme auf sterilgut-verpacken.de entsprechen den einschlägigen Normen für Medizinprodukte und deren Aufbereitung. Die hier ausgewählten Tests werden vielfach in der Praxis verwendet und bei der Validierung von Aufbereitungsprozessen für die regelmäßige Überprüfung im Praxisalltag festgelegt.
Bowie & Dick-Test für B-Klasse-Autoklaven
Browne TST Control Sterilisationsindikator
Inhalt: 100 Stück (0,23 € / 1 Stück)
Euroseal-Check - Siegelnahttest
Inhalt: 100 Stück (0,32 € / 1 Stück)
Routinetests Instrumentenaufbereitung
Reinigung, Desinfektion, Verpackung, Sterilisation - jeder Aufbereitungsschritt arbeitet mit anderen Verfahren. Deshalb unterscheidet sich auch, wie diese Verfahren regelmäßig kontrolliert werden. Hier ein Überblick der gängigsten Routinetest für die Instrumentenaufbereitung und wie sie wirken.
I. Tests für Reinigung & Desinfektion
Die Reinigung von Medizinprodukten erfolgt immer in Kombination mit einer anschließenden Desinfektion. Während bei der Reinigung chemische Hilfsmittel unterstützen, kann die Desinfektion chemisch oder thermisch nur mit nahezu kochendem Wasser durchgeführt werden. Tests für Reinigung und Desinfektion unterscheiden sich in der Art der Anwendung:
- Reinigungsindikator
Reinigungsindikatoren werden der Spülcharge separat zugegeben und mitgewaschen. Sie zeigen den Prozesserfolg entweder durch Farbumschlag oder durch das Abwaschen einer Prüfanschmutzung an. Ein klassischer "Abwasch-Indikator" ist der Load Check, der jeder Charge im Thermodesinfektor zugegeben wird. - Proteintest
Ein Proteintest wird im Anschluss an Reinigung und Desinfektion gemacht. Er misst wieviel Protein sich noch auf den Instrumenten befindet. Je geringer der Wert, desto höher der Desinfektionsgrad. Ein bewährter und einfacher Proteintest ist der Resi-Test. Ein Abstrich von einem Instrument wird in eine Lösung getaucht. Ein Farbumschlag zeigt an, ob der Grenzwert für die Desinfektion eingehalten wird. - Funktionstest
Ein Funktionstest prüft den Prozess, nicht das Ergebnis. Er kommt zum Einsatz bei Reinigungsgeräten, die über keine eingebauten Kontrollsysteme verfügen. Das ist bei den meisten Ultraschallreinigungsgeräten so. Dort wird als Routinetest häufig der Folientest gemacht. Das Testsystem wird dabei in das Ultraschallbad eingelassen und ein Zyklus gestartet. Am Muster der Folie lässt sich anschließend der Prozesserfolg ablesen.
In der Praxis können mehrere Routinekontrollen für Reinigung und Desinfektion kombiniert werden. Zum Beispiel der Proteintest mit dem Folientest für die Ultraschallreinigung.
II. Routinetests Verpackungsprozesse
Für das Verpacken von Medizinprodukten in Sterilisationstüten gibt es im Wesentlichen drei Kontrolltests: den Peeltest, den Sealcheck und den Tintentest.
- Peeltest
Mit dem Peeltest stellt man fest, ob sich eine Sterilgutverpackung sauber öffnen lässt. Dafür braucht man keine zusätzlichen Hilfsmittel. Es reicht eine leere verschweißte und sterilisierte Sterilisationstüte. Sie wird vorsichtig aufgerissen und auf Einreißen und Abfaserungen kontrolliert. - Sealcheck
Der Sealcheck ist eine Kontrolle, ob das Siegelgerät saubere Siegelnähte produziert; ohne Blasen, Risse und Falten. - Tintentest
Der Tintentest ist eine Alternative zum Sealcheck. Er erhält häufig den Vorzug, wenn Folien mit Seitenfalten verschweißt werden.
III. Überwachung Dampfsterilisation
Die abschließende Sterilisation verpackter Instrumente findet bei den allermeisten Praxen per Dampfsterilisation in Autoklaven statt. Das präzise Zusammenspiel von Druck, Zeit und Temperatur ist grundlegend für den Sterilisationserfolg. Regelmäßige Checks prüfen die Geräteleistung und den Sterilisationserfolg.
- Vakuumtest
Der Vakuumtest ist ein Vortest, der die Leistungsfähigkeit des Autoklaven prüft. Er ermittelt, ob der Autoklav in der Lage ist die Luft vollständig aus der Kammer zu saugen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass der Dampf vollständig auf Instrumente wirken kann. Für den Test hat jeder Autoklav ein eigenes Programm, das bei leerer Kammer mindestens einmal pro Woche ausgeführt wird. - Helix-Test
Der Helix-Test ist ein Dampfdurchdringungstest. Er zeigt nach der Sterilisation, ob der Dampf auch in schwierig zu erreichenden Hohlräumen der Beladung wirken konnte. Ein Testkörper simuliert dabei ein komplex zu sterilisierendes Instrument. An einem Indikatorstreifen innerhalb des Helix-Testkörpers lässt sich nach der Sterilisation die erfolgreiche Dampfbehandlung ablesen. Als Chargenkontrolle wird der Helix-Test jeder Sterilisationscharge beigelegt, die Hohlkörper enthält. - Indikatortest
Ähnlich dem Helix-Test lässt sich auch beim Indikatortest der Sterilisationserfolg an einem Teststreifen ablesen. Wichtiger Unterschied: Die Indikatorstreifen werden nicht in einen Prüfkörper, sondern einfach so der Sterilisationscharge beigelegt. Man kann sie zur Chargenkontrolle bei allen Beladungen verwenden, die nur massive und feste Gegenstände ohne Poren und Hohlräume enthalten. - Bowie-Dick-Test
Dieser Test prüft ebenfalls die Luftentfernung aus der Sterilisationskammer und die Dampfdurchdringung. Er kann als Leistungsüberprüfung mit einem entsprechenden Testzyklus durchgeführt werden.